Dienstag, 26. April 2011

Wien und Ungarn an einem Tag


Früh, sehr früh muss ich heute einmal wieder aufstehen, ein langer Tag steht mit bevor. Wie gerne würde ich gemütlich aufstehen, duschen, den Tag mit einem kleinen Frühstück beginnen. Eigentlich hasse ich solche vollgepfropften Tage, welche, an denen ich von früh morgens bis spät abends unterwegs bin, um Gespräche zu führen und Firmen zu besichtigen.
Auf der anderen Seite mag ich es - wenn möglich – vermeiden, eine Nacht in einem Hotel zu verbringen. Heute geht’s nach Wien, die Produktionswerke  eines Hersteller von Netzkabeln in Österreich und im grenznahen Ungarn zu besuchen. Für alle die es nicht wissen, handelt es sich bei Netzkabeln um die Kabel, die an jedem stromführenden Gerät befestigt sind, also die Kabel, die in die Steckdose eingesteckt werden.
Am Flughafen werde ich bereits vom Prokuristen dieses Unternehmens freundlich empfangen. Wir werden heute gut elf Stunden miteinander verbringen. Zunächst führt die Fahrt nach Ungarn, wo sich der Low-Cost-Standort des Lieferanten befindet. Die Fahrt ist kurzweilig, Firmendetails werden bereits bei selbiger ausgetauscht, um Zeit zu sparen. Nach gut eineinhalb Stunden erreichen  wir unser erstes Ziel. Ich bin beeindruckt von der Sauberkeit, der guten Organisation der Fertigung. Nicht gerade üblich im Vergleich mit anderen Netzkabelherstellern, welche ich beispielsweise schon in China und Indonesien besichtigt habe. Unüberhörbar kurrt mein Magen, was meinen österreichischen Gastgebern nicht verborgen bleibt. Natürlich auch ganz eigennützig machen wir uns auf in ein typisch ungarisches Restaurant, um dort Gulasch, Topfenfleckerl und verschiedene süße Palatschinken zu Mittag zu verspeisen. Da die Zeit drängt, geht es direkt weiter in das Wien-nahe Stammwerk, welches die glorreichen, vergangenen Industrialisierungszeiten erahnen lässt. Auch hier zeige ich mich beeindruckt, habe ich doch noch nie eine vollautomatische Fertigungsstraße von Netzkabeln gesehen – Automatisierungstechnik pur! Dem Rundgang folgen Gespräche, sowie die Übergabe von Anfragepaketen.
Es ist bereits 18:00 Uhr, als ich mich am Flughafen absetzen lasse, einchecke und mich in die Senator-Lounge begebe. Ein langer Tag neigt sich dem Ende, zum Abschalten genehmige ich mir einen Gin-Tonic, sowie einen Happen zu essen. Eine Woche im Büro liegt vor mir, bevor es wieder nach Osteuropa geht -  wie freue ich mich auf diese Zeit. Es ist 21:30 Uhr, ich bin Daheim angekommen, ich freue mich auf Zweisamkeit!

Kurztrip nach Berlin


Es ist wohl schon knapp 4 Wochen her, dass ich zu zwei kurzen Trips nach Berlin und eine Woche später nach Wien aufgebrochen bin. Dennoch möchte ich hier kurz darüber berichten. Nebst Frankfurt, Budapest, Chicago und – man glaub es kaum – San Francisco, zählt Berlin zu meinen häufigsten Destinationen in den vergangen 16 Monaten.
Auf diesem kurzen Abstecher stehen Gespräch mit Einkäufern aus meinem Team, sowie ein Treffen mit einem bevorzugten Lieferanten auf dem Programm. Auf längeren Reisen bevorzuge ich es einen Mietwagen zu nutzen, der Flexibilität und er Kosten wegen. Heute schwinge ich mich jedoch in ein Taxi. Einen entscheidenden Vorteil hat das Taxi – ist man redselig aufgelegt, so findet sich in Person des Taxichauffeurs meist ein entsprechender Gegenpart, mit welchem man in kürzester Zeit die wichtigen Themen unserer Zeit vollumfänglich erörtern kann.  So geschehen auch diesmal, wobei sich die Konversation hauptsächlich auf die Bundespolitik, inhaltlich sowie personell, konzentriert. Es ist kaum zu glauben, schaffen wir es doch, innerhalb von vierzig Minuten einen Konsens, sowie Vorhersagen zu den bundespolitischen Auswirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima, der Umsturzwahl in Baden-Württemberg und der Zukunft Jürgen Trittins herbeizuführen.
Schon allein deswegen hat sich diese Reise in die Hauptstadt gelohnt. Angekommen bei unserer Niederlassung führe ich wie bereits erwähnt Gespräch mit Einkäufern, dem Lieferanten und dem Werksleiter, bevor ich, früher als geplant, wieder an den Flughafen fahre. Dort angekommen versuche ich am Abfluggate – dank flexibler Firmenbuchungsklasse – auf einen früheren Flug zurück nach Frankfurt gebucht zu werden. Freundlich und bestimmt wird mir jedoch mitgeteilt, dass diese Klasse heute bereits auf dem früheren Flieger ausgebucht und ich somit nur durch Aufzahlung und Umbuchung über mein Reisebüro mitfliegen könnte. Heute scheint ein Drachentag bei der LH zu sein. Dann also Plan B. Ich eile schnellen Schrittes an den abgetrennten First-Class Checkin, welcher mir als Senator offen steht. Dort angekommen zähle ich auf die Loyalität meines mir vertrauten Gegenübers, der mich schon diverse Mal eingecheckt bzw. umgebucht hat. Mit ein wenig Charme, welchen ich von Zeit zu Zeit durchblicken lasse, händigt mein freundlicher „Stammeinchecker „ eine Bordkarte für den nächsten Flug aus, zu welchem ich mich umgehend aufmachen soll. Gesagt getan schlendere ich durch Tegel, ein Grinsen im Gesicht vorbei am LH-Drachen, durch die Sicherheitskontrolle zum Gate 9. Wie so oft stehe ich hier in einer Menschenmasse, welche auf Einlass in den Flieger wartet. So stelle ich mich neben einen großgewachsenen, schlanken Mann, welcher einen Tablet-PC in der Hand hält und darin Inhalte der „Grünen“ studiert. Es ist Jürgen Trittin.
Weniger ihn selbst, als vielmehr die umstehenden Mitflieger beobachte ich, unter welchen einige den Politstar erkannt haben und dies ihren Nebenstehern nun tuschelnd mitteilen müssen. Eine Durchsage durchdringt die Wartehalle, es werden die letzten vier Passagiere der LH-Maschine nach Düsseldorf auf Gate 8 aufgerufen, u.a. Frau Rita Süßmuth, Mrs. Rita Süßmuth. Kaum ausgesprochendrängt sich auch schon Letztgerufene durch die Massen an meinem Gate, hält kurz vor Trittin inne, um ihn – nach kurzer Begrüßung -  zu fragen, wo es denn nach Gate 8 gehe. Stoisch ruhig, mit sonorer Stimme grüßend deutet dieser nach rechts, worauf sich die ehemalige Vorsitzende des Bundestages bedankt und mit einem „Wir sehen uns dann heute Abend“ in Richtung Ihres Abflugsteiges begibt. Der Rest ist Routine, eingestiegen, Kopfhörer aufgesetzt und angeschaltet, damit den Lärm unterdrückt und gen Frankfurt aufgestiegen. Kurz und ereignisreich, mein Abstecher nach Berlin!
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